Marketing: KI ermöglicht prozessübergreifende Verbraucher -ansprache

Künstliche Intelligenz (KI) im Marketing

Künstliche Intelligenz (KI) im Marketing?

Was erst einmal ungewöhnlich klingt, ist keine Zukunftsmusik mehr. 2018 unternahmen insbesondere in China die ersten Unternehmen vorsichtige Anläufe in Richtung KI-Marketing. Ob es deutschen Unternehmen gelingen wird, erfolgreich auf den Zug aufzuspringen, hängt vor allem davon ab, ob sie in der Lage sind, die hierzulande übliche Trennung zwischen Marketing und Vertrieb aufzubrechen.

In China ist Künstliche Intelligenz (KI) nicht mehr zu bremsen. In der Volksrepublik finden sich laut einer Studie der Beratungsfirma Pricewaterhouse Cooper (PwC) mehr via KI gesteuerte Geräte als in jedem anderen Land. Die chinesischen Unternehmen bieten ihren Kunden dabei mittels KI ganz neue Erfahrung: personalisierte Kommunikation und interaktive Erlebnisse, die es Verbrauchern mit Hilfe von KI-Apps ermöglichen, eine virtuelle Welt zu betreten und hier Informationen zu Produkten und Dienstleistungen zu erhalten.

Vor allem aber setzen die chinesischen Unternehmen auf die Auswertung von Daten.

Dabei ermöglicht KI-Technologie, die kontinuierlich aus Dateneingaben lernt, komplexe Marketingentscheidungen rational zu treffen. Dies betrifft z.B. die Frage, wohin das Marketingbudget fließen soll. Algorithmen helfen Unternehmen, ihre Zielgruppe zu verfeinern und potenzielle Kunden anhand verschiedener Kriterien zu identifizieren. Ein ständiger Zustrom von Daten z.B. zu Personenmerkmalen wie Familienstatus, Klickverhalten, oder zu verwendeten Online-Suchbegriffen bildet beinahe von selbst Kundenkreise heraus. Diese können basierend auf ihren Interessen und demografischen Merkmalen in jeder Prozessphase zielgruppenspezifisch durch das Marketing erreicht werden: Mit Hilfe der KI lässt sich feststellen, woran die Konsumenten am meisten interessiert sind. Anschließend kann zum Beispiel für jeden Verbraucher eine individuell gestaltete Website bereitgestellt werden, die dessen spezifische Interessen aufgreift.

Die größten Nutzer von Datenmanagement-Tools zur Optimierung der Kundenbeziehungen sind dem chinesischen Technologieunternehmen nEqual zufolge derzeit Anbieter von Babyartikeln sowie die Automobilindustrie.

Sales und Marketing zusammenführen

KI unterstützt Unternehmen dabei, ihre Daten sinnvoll zu managen. Denn während das reine Sammeln einer Vielzahl von Daten in der Regel problemlos möglich ist, gestaltet sich der zielgerichtete Umgang mit den Datenmengen, deren Sortierung und Auswertung, komplexer. KI kann die Kreativität in den Marketingabteilungen wieder erhöhen, indem es den Fokus von der Sammlung und Verwertung von Daten zurück auf die Kampagnen selbst lenkt. Ein Hindernis hierfür stellt jedoch die in Deutschland nach wie vor gängige Trennung zwischen Marketing und Vertrieb dar. Während laut nEqual der Vertrieb und das Marketing der meisten datengetriebenen Unternehmen in China in einer Abteilung zusammengefasst werden und so beide Bereiche von den Algorithmen profitieren können, wird hierzulande an der Vorstellung festgehalten, dass die Ausgaben der Marketingabteilung durch den Vertrieb zurück ins Unternehmen fließen müssen. Synergien werden so verhindert und eine durch gemeinsam genutzte Datenmengen weniger zeit- und ressourcenintensive Kundenansprache ausgebremst. Die Erfahrungen aus China sind laut PcW allerdings durchaus geeignet, den deutschen Marketingabteilungen, die in der Vergangenheit unsicher auf die Integration von KI in ihre Strategien blickten, stärkeres Vertrauen einzuflößen.

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