KI: Totale Überwachung in China schon bald Realität?

Big Brother is watching. Giant CCTV camera watches a man. No secrets, no privacy concept. 3D rendering

Kein Konzept eines Science-Fiction-Films, sondern demnächst für Schüler der Region Guangzhou im Süden der Volksrepublik China eine Realität:

Künstliche Intelligenz im schulischen Alltag. In Kürze soll ein neues Fach namens künstliche Intelligenz eingeführt werden. Hierbei sollen Schüler nicht nur über diese Zukunftstechnologie unterrichtet, sondern gleichzeitig auch von Kameras überwacht werden.

Werden Kameras schon bald Lehrer in China ersetzen? Was in Deutschland undenkbar ist, könnte in China demnächst an der Tagesordnung stehen. Die eingesetzten Systeme sollen Schüler genau beobachten und über deren Zustand berichten – einschlafen oder vor sich hinträumen wird hier in Zukunft nicht mehr geduldet. Die gesammelten Daten sollen im Nachhinein Aufschluss darüber geben, wie sich bei Schülern das Lernverhalten verändert und was dagegen unternommen werden kann. In anderen Worten sollen künstliche Intelligenzen in China das Lernverhalten der Schüler digital optimieren.
Künstliche Intelligenz in Schulen

Das innovative Kamerasystem kann unter anderem erkennen, ob ein Schüler schlecht gelaunt ist, gelangweilt oder wütend. Ähnlich wie beim Fußball verfügen auch Lehrer im Unterricht nur über ein eingeschränktes Blickfeld. Mithilfe von Kameras wird es aber in Zukunft möglich sein, sich ein umfassenderes Bild der Gesamtsituation zu machen. Dies kann beispielsweise dafür genutzt werden, um das Lehr- bzw. Lernverhalten zu optimieren.

Grundsätzlich soll dieses Gesetz in Mittel- und Oberschulen ab Mitte September in Kraft treten. Hinzu kommt auch die erste Erprobung der Kamerasysteme.

Dennoch ist für China eine digitale Überwachung nichts Neues mehr. Bereits im Jahr 2017 wurde vom Stadtrat ein „Entwicklungsplan für Künstliche Intelligenzen der neuen Generation“ übermittelt. Dafür sollen bis zum Jahr 2030 rund 150 Milliarden US-Dollar aufgebracht werden. Nichtsdestotrotz scheinen viele Chinesen mit der Einführung von Gesichtserkennung, Überwachungskameras, Spionage- oder Zensur-Apps einverstanden zu sein, solange dies zu mehr Sicherheit führt.
Allgegenwärtige Überwachung

Mithilfe des Kamerasystems können Lehrer das Verhalten bestimmter Schüler genau auf den Grund gehen. Es wird beispielsweise möglich sein, das Essverhalten von Schülern in der Kantine zu beobachten oder ihre Beteiligung am Unterricht. Gleichzeitig kann auch der Aufmerksamkeitsstatus eines Schülers genau unter die Lupe genommen werden.

Das ist jedoch für die Volksrepublik China nichts Neues mehr: Die Oberschule Nr. 11 in Hangzhou ist bereits in Besitz eines digitalen Verhaltensmanagementsystems. Hierbei werden Bewegungen und Ausdrücke von Schülern erfasst und wiederum analysiert. Diese Schüler können gleichzeitig via Gesichtsscan identifiziert werden, wenn sie sich beispielsweise in die Mensa begeben. Auch das Geld für das Essen wird mithilfe dieses Systems geregelt abgebucht.

Zusätzlich wird neben den schulischen Leistungen auch das Ernährungsverhalten der Schüler analysiert. Eltern der Jungen und Mädchen bekommen somit einen Überblick darüber, was und wie viel ihre Kinder in der Schule essen. Dieses Konzept erweist sich als hilfreich, da beispielsweise der Konsum von zuckerhaltigen Getränken oder Süßigkeiten eingedämmt werden kann. Auch für Hersteller von Getränke oder Fertignahrung könnten diese Daten äußerst interessant und hilfreich sein.

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