Personal-Führung im Zuge der Digitalisierung

Personal Digitalisierung
In praktisch sämtlichen Unternehmen ist die Digitalisierung heutzutage ein beherrschendes Thema. Schließlich ist es dadurch möglich, die Effizienz und in der Folge die Umsätze zu steigern. Wichtig ist dabei allerdings, diese Transformation auf sämtliche Bereiche anzuwenden. Ansonsten können sich die erwünschten Effekte in der Praxis in Grenzen halten. Es ist daher von großer Bedeutung, tatsächlich einen umfassenden Prozess der Veränderung anzustoßen. Nur so ergeben sich am Ende erhebliche Vorteile für alle Beteiligten.

Im industriellen Bereich gibt es kaum noch Unternehmen, die sich nicht mit dem Thema „Industrie 4.0“ beschäftigen.

Häufig sind hier allerdings Lösungen zu finden, die lediglich auf einzelne Bereiche beschränkt sind. Konkret betrifft das etwa die Produktion selbst, die Qualitätssicherung, Logistik und den Vertrieb der Produkte. Was fehlt, ist eine vollständige Anwendung auf die ganze Organisation. Statistiken zeigen, dass das Thema „Digitalisierung“ in weniger als 50 Prozent der Unternehmen „Chefsache“ ist, und dessen Dimensionen somit oftmals noch nicht erfasst wurden. Stattdessen wird es häufig nur als Sache der IT-Abteilung betrachtet.

Generell ist es so, dass ein Wandel in der Technik und allgemeinen Infrastruktur heute vergleichsweise einfach machbar ist. Um wirklich davon zu profitieren, muss ein Unternehmen jedoch von Grund auf sämtliche Prozesse und die gesamte Wertschöpfungskette umstellen. Das stellt zunächst eine erhebliche Herausforderung dar, in der traditionelle Abläufe verändert werden müssen. Eine Voraussetzung ist, sich zunächst von althergebrachten Denkmustern zu befreien. Zwar mag dies eine erhebliche Hürde darstellen, für einen bleibenden Erfolg ist das jedoch von großer Wichtigkeit.

Natürlich gehen damit auch große Eingriffe in etablierte Arbeitsweisen und grundlegend veränderte Anforderungen einher. Digitalisierung bringt nicht nur technische Veränderungen oder solche in der Organisation mit sich. Sie erstreckt sich in der Folge ebenso auf zwischenmenschliche oder kulturelle Aspekte. Viele Vorgangsweisen aus der „analogen Welt“ sind tief im allgemeinen Betriebsklima verwurzelt. Es wird oft als ausreichend betrachtet, ohnehin längst Werkzeuge aus der digitalen Welt zu verwenden. Die Prozesse, die damit abgewickelt werden, bleiben jedoch analog wie bisher. Im Bereich der Entwicklung ist das oft der Fall, ohne dass dabei alle Elemente umfassend vernetzt sind. Somit ist oft immer noch eine persönliche Absprache nötig, die den Arbeitsfortschritt hemmt. Bei einer umfassenden Digitalisierung wäre der gesamte Datenbestand eines Projektes intelligent vernetzt, wodurch sich in Echtzeit gemeinsam Veränderungen vornehmen ließen.

Die große Herausforderung besteht also darin, alles von Grund auf und umfassend einem Wandel zu unterwerfen. Nur so und nicht durch Modernisierung von immer nur einzelnen Bereichen ergeben sich letztlich die ersehnten Vorteile. Wichtig ist, sämtliche Beteiligten im Unternehmen und nicht etwa nur die IT-Abteilung in diesen Prozess der Umwandlung einzubinden. Es sollte sich dabei ein harmonisches Zusammenspiel von Investitionen in neue Technik und der Transformation in der Organisation ergeben. Auch nach außen hin muss ein klarer Nutzen erkennbar sein. Um all dies zu meistern, ist die fachkundige Umsetzung von internen, nun digitalisierten Arbeitsabläufen von großer Bedeutung.

Digital-Kompetenz im Management

Bei Betrachtung dieses Hintergrundes ist es notwendig, dass sich die Personal-Führung von Grund auf verändert. In Unternehmen mit traditionellen Strukturen ist es oft so, dass leitende Angestellte im Rahmen einer hierarchischen Struktur eine überwachende Funktion haben und Vorgaben machen. In einem Unternehmen mit umfassender Digitalisierung muss sich diese Herangehensweise jedoch verändern. Es ist für Führungskräfte notwendig, sich daneben auch mehr in die unteren Hierarchien hineinzuversetzen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der es zu Vernetzungen, verstärkter Motivation, Diskussionen über bedeutsame Themen und einem Mitlernen kommt. In dieser sind strikte Vorgaben und deren Kontrolle nicht mehr angebracht. Auch Wissen und Informationen sollten für alle zugänglich sein, die innerhalb des Unternehmens davon betroffen sind.

Es ist also für Führungskräfte nötig, Beschränkungen abzubauen und dafür mehr Vertrauen in das Engagement und die Kompetenz der gesamten Belegschaft zu haben. Natürlich bringt das für alle eine erhöhte Eigenverantwortung mit sich. Die grundlegende Veränderung von traditionellen Denkweisen darf sich wiederum nicht nur auf die „Chefetage“ erstrecken.

Es ist jedoch deren Aufgabe, alle bei der Entwicklung von neuen Fähigkeiten im Zuge der Digitalisierung zu unterstützen. In der Praxis kann das mit Seminaren oder praktischen Schulungen geschehen. Wichtig ist dabei, zunächst bestehende Unsicherheiten und Vorbehalte abzubauen. Stattdessen sollen die Vorteile und Chancen für jede einzelne Person aufgezeigt werden. Dabei kann es auch zum Angebot von individuellen Karriere-Möglichkeiten kommen, und der Schaffung von Anreizen zum Lernen von Neuigkeiten. Wichtig ist, neben finanziellen Anreizen auch eine bessere Verträglichkeit mit dem Privatleben zu ermöglichen.

Der Weg zur digitalen Umstellung

Am Beginn eines erfolgreichen Transformations-Prozesses muss zunächst eine klare Vision stehen. Welches Ziel soll genau erreicht werden und welche aktuell bestehenden Probleme sind dabei zu überwinden? Ein weiterer Schritt ist eine Bestandsaufnahme, wo die Digitalisierung der Organisation derzeit steht. Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Basis für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes zu etablieren? Zusätzlich ist es von Bedeutung, bestehende Strukturen und Prozesse zuerst zu optimieren und dann als weiteren Schritt in einer digitalen Version umzusetzen. Werden bestehende Abläufe lediglich digital unterstützt, wird sich der erwünschte Erfolg nur schwer einstellen.

Für die praktische Umsetzung sollte zunächst jedoch nur ein Pilotprojekt von überschaubarer Größe definiert werden. Hier werden sich rasch die erwünschten Ergebnisse zeigen und die Machbarkeit auch einer umfassenden Umstellung demonstrieren lassen. Auch ist es auf diese Weise einfacher, sich die Akzeptanz der Betroffenen zu sichern. Die technische Umsetzung wäre im Gegensatz dazu vergleichsweise einfach.

Gelingt es einem Unternehmen, den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, lassen sich am Ende beträchtliche Potenziale nutzten. Die Einbindung und Schulung der gesamten Belegschaft und die Veränderungen in der Unternehmenskultur machen sich letzlich bezahlt. Es ist unbestritten, dass die Effizienz steigt, sich die Wertschöpfungskette ausweitet und all das zu höheren Umsätzen führt.

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