Künstliche Intelligenz: Deutsche Bundesregierung in Zukunft stärker aktiv für Innovationen im Bereich Informatik

Artificial Intelligence in a modern GPU card 3D rendering

Deutsche Künstliche Intelligenz (KI) kann sich im internationalen Vergleich sehen lassen. Das bestätigte eine Konferenz in Berlin, bei der sich DLR-Vertreter mit Angehörigen aus Politik, Forschung und Wirtschaft trafen.

Karsten Lemmer, Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), erklärte dazu, Deutschland sei in mehreren Sektoren sogar an der Spitze. Beispielhaft verwies er auf die Bereiche selbstlernende Systeme für autonomes Fahren und weitere Ingenieursanwendungen: Hier schreite die Entwicklung besonders rasch voran.

Dennoch sahen viele Konferenzteilnehmer die Entwicklung auch kritisch. Besonders beim Thema Schaffung von Arbeitsplätzen durch KI erkannten sie mehrheitlich Handlungsbedarf. So vermisste Thomas Jarzombek, CDU-Abgeordneter im Bundestag und Koordinator für Luft- und Raumfahrt bei der Bundesregierung, generelle Management-Fähigkeiten. Sie seien notwendig zur kompromisslosen Entwicklung neuer Ideen in Bezug auf Künstliche Intelligenzen. Mit Blick auf die USA und den dortigen Stand der Entwicklung erklärte er, Amerika sei „um Längen besser“. Deshalb sieht er vor allem die deutschen Unternehmen in der Pflicht: Der Staat allein könne die Wirtschaft nicht retten, wer das meine, sei „auf dem Holzweg“. Kritisch merkte der Abgeordnete zudem an, in Deutschland diskutiere man zu viel, aber handele zu wenig. Er vermisse echte Macher, erklärte Jarzombek.

KI-Berater: Abrechnung mit Europa

Zeitgleich fand ebenfalls in Berlin die Konferenz „We are Developpers“ statt. Hier trafen sich Experten aus dem Bereich IT zum Meinungs- und Ideenaustausch. Sie kamen zu ähnlichen Ergebnissen wie die DLR-Konferenz. Garry Kasparov, Ex-Schachweltmeister und heute KI-Berater, rechnete besonders mit Europa ab. Der Kontinent stehe sich selbst im Weg, erklärte er. Anschließend zeigte er Wege auf, wie Europa in den neuen Technologien Boden wettmachen könne. China und die USA machten es vor: Besonders zwei Strategien haben sich bis jetzt bewährt. Entweder könne man umfangreiche Programme vonseiten der Regierung durchführen, so geschehen in China. Oder man solle Innovation fördern wie im Silicon Valley. Nirgendwo in der EU biete ein Land derzeit etwas Vergleichbares, kritisierte Karpov. Er warnte vor einem altbekannten Muster: Die Entwicklung in Wissenschaft und Technik werde in der freien Welt vorangetrieben, jedoch von der unfreien Welt wie etwa China geklaut und unrechtmäßig verwertet.

China als Hauptkonkurrent in der künstlichen Intelligenz

China kommt in regelmäßigen Abständen zur Sprache, wenn es um KI und starke Wirtschaft geht. Die Volksrepublik als Wirtschaftsmacht in Fernost ist größter Herausforderer Europas. Das erkannte auch Bundestagsabgeordneter Jarzombek auf der DLR-Konferenz. Das andere Volkswirtschaftssystem spiele dabei eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sei vielmehr, die Wettbewerbskraft europäischer Firmen zu erhalten. Xiaoxiang Zhu, selbst Wissenschaftlerin am DLR, erkannte Deutschland zudem einen wichtigen dritten Platz hinter China und den USA zu. Anders sah es Alin Albu-Schäffer, Robotik-Experte beim DLR, Abteilung für Mechatronik. Schäffer monierte, Deutschland sei durchaus in der Lage, die Vorreiter einzuholen. Das weit verbreitete Bild vom unerreichbaren China korrigierte er dahingehend, dass die Volksrepublik im Gegenteil noch viel von Deutschland lernen müsse. Deutschland sah Schäffer mit den USA und Japan an der Spitze.

Technik ist für die Menschen da

Neue Techniken seien für die Bürger da, erklärte zudem Daniela Kolbe (SPD). Kolbe hat den Vorsitz in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags für KI inne. Sie erklärte, während in China Mehrwert für den Staat geschaffen werde, gehe es in Europa um Mehrwert für das Individuum. Dennoch beobachtet sie mit Sorge die derzeitige Anwendung von KI, welche teilweise zu monotoner Ausbeutung führte, etwa im Bereich E-Commerce. Anschaulich erläuterte sie, wie die Menschen dort vom Computer gesteuert würden. Andere wichtige Anwendungsbereiche sah die Kommissionsvorsitzende vor allem in der Pflege: Hier besteht eine großer Bedarf an praktischer Hilfe durch Roboter. Kolbe wünscht sich mehr praktische Versuche mit KI aus, übertriebene Regulierung sei hier fehl am Platz.

Informatik in die Schulen!

Diese Forderung griff die Privatwirtschaft unverzüglich auf: Vertreter sprachen sich besonders für kürzere Wege in die Praxis aus. Der Leiter der Datenanalyse der Lufthansa, Jan Stövesand, erklärte: Ein Computer könne zwar jeden Menschen im Brettspiel Go schlagen, was als überragender Erfolg der KI gelte. Das aber sei eine Aufgabe, die am Alltag der Firmen vorbeigehe: In welchem Unternehmen werde schon Go gespielt? Die Wirtschaftsvertreter beklagten einen Mangel an Fachkräften und Gründern mit Mut zu echten Innovationen. Jörg Bienert, Vertreter des Bundesverbandes KI, fand dazu deutliche Worte: Informatik müsse an jeder Schule Pflichtfach werden.

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